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Staats- und Unternehmensanleihen hatten jahrelang das Image eines risikoarmen Investments, das am Ende der Laufzeit einen sicheren Ertrag erwirtschaftete. Staatsanleihen europäischer Länder galten als sehr sicher und sorgten für Stabilität im Portfolio. Seit dem Ausbruch der Finanz- und Wirtschaftskrise 2008 und der damit einhergehenden überdimensionalen Verschuldung einiger Staatshaushalte sind Anleihen dieser Länder zu einem spekulativen Investment geworden.

Über Anleihen finanzieren sich die Staaten
Zur Finanzierung ihres Haushalts und zum Schuldendienst hat ein Staat die Möglichkeit, am Kapitalmarkt Geld aufzunehmen. Zu diesem Zweck begibt der Staat eine Anleihe, die mit einem Zinsversprechen hinterlegt ist und zu einem vorher festgelegten Zeitpunkt zurückgezahlt werden muss. Ausschlaggebend für die Höhe des zu zahlenden Zinses ist das Vertrauen, das der Käufer in die pünktliche und vollständige Rückzahlung hat. Ist das Vertrauen nicht mehr gegeben, muss der Staat einen höheren Zins bieten, um überhaupt noch Abnehmer für seine Anleihen zu finden.

Anleihen sind börsentäglich handelbar

Der überwiegende Teil der ausgegebenen Anleihen wird an der Börse gehandelt. Sie können die Kurse täglich in den Medien verfolgen. Die Schuldenkrise in der Eurozone und die damit verbundene Abwertung der Kreditwürdigkeit einiger Länder durch Ratingagenturen haben vor allem in Europa zu großen Zinsunterschieden bei den Anleihen geführt. Staaten mit abgestufter Bonität müssen einen höheren Risikoaufschlag in Form von höheren Zinsen am Kapitalmarkt zahlen. Dies bedeutet für Ihr Investment sowohl Chancen als auch Risiken. Vor allem die südeuropäischen Länder Portugal, Spanien und Italien müssen für ihre Staatsanleihen bis zu sechs Prozent Zinsen bieten, um noch Käufer zu finden. Dass Sie selbst bei Ländern, die der Eurozone angehören, mit einem Verlust Ihres Investments rechnen müssen, wird am Beispiel der Umschuldung Griechenlands deutlich. Milliardenbeträge verloren Investoren weltweit durch den Schuldenschnitt des Landes. Auf der Suche einer sicheren Anleihe geben Ihnen die Ranglisten der Ratingagenturen Standard & Poors, Fitch und Moody´s eine wertvolle Orientierungshilfe.

Staats- und Unternehmensanleihen – das ist zu beachten
Vor einem Investment in Staatsanleihen sollten Sie sich mit dem Verschuldungsgrad und der Haushaltspolitik des Landes befassen. Diese Parameter geben darüber Auskunft, wie solide der Staat mit seinen Finanzen umgeht. In Europa gelten neben deutschen und niederländischen Anleihen auch Staatsanleihen der skandinavischen Länder, der Schweiz, Liechtensteins, Luxemburgs und Großbritanniens als sehr sicher. Die Beurteilung einer Anleihe von Unternehmen folgt den gleichen Prinzipien. Schuldenstand, Investitionen und Produktportfolio des Unternehmens sind die Gradmesser für eine objektive Beurteilung.